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Was ist Endokrinologie?

Was ist Endokrinologie?

"Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen, dem Stoffwechsel und den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Drüsen, zum Beispiel der Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch von bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken, „endokrin“ ausgeschüttet, das heißt nach „innen“ in das Blut abgegeben" (DGE).

 

Was tun Hormone?

Ein Hormon ist ein Botenstoff. Hormone übermitteln innerhalb eines Lebewesens Informationen von einem Organ zum anderen oder von einem Gewebe zum anderen. Sie bilden also ein internes Kommunikationssystem in unserem Körper. Hormone haben in allen Geweben des menschlichen Körpers wichtige - teilweise lebenswichtige - Funktionen. Sie gelangen zu Organen und Geweben, indem sie von den endokrinen Drüsen ins Blut abgegeben werden. Dadurch gelangen sie zu ihren Zielzellen, die sie durch das Schlüssel-Schloss-Prinzip finden: Wenn der Schlüssel passt, gelangt das Hormon in die Zelle.

Wie kommt es zu Störungen und Erkrankungen?

Endokrine Störungen äußern sich entweder durch eine vermehrte Freisetzung eines Hormons (z. B. im Falle der Schilddrüsenüberfunktion), oder durch den Mangel eines Hormons (z. B. im Falle der Schilddrüsenunterfunktion).

Ursachen hierfür können angeborene oder im Laufe des Lebens entstandene Veränderungen der hormonproduzierende Organe (endokrine Drüsen) sein. (z. B. die Schilddrüsenvergrößerung).

In unseren Zentren stehen Experten bereit, um diese Funktionsstörungen und ihre Folgen für die Gesundheit zunächst genau zu untersuchen und dann im Team aus verschiedenen Spezialisten zu behandeln.

Die Endokrinen Drüsen

Die folgende Übersicht stellt kurz gefasst die wichtigsten endokrinen Organe (enodkrine Drüsen) dar, sowie ihre wesentlichen Funktionen, mögliche Funktionsstörungen und deren Folgen für die Gesundheit.  

Hypophyse

Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) befindet sich mitten in unserem Kopf, ungefähr auf Höhe der Nasenwurzel (s. Abbildung).Ihr kommt eine zentrale Rolle unter den Hormondrüsen unseres Körpers zu, denn mit ihren Hormonen steuert sie teilweise die Hormonproduktion anderer Hormondrüsen.
Zum Beispiel produziert sie das adrenokortikotope Homon (ACTH), welches seinerseits die Nebennierenrinde zur Ausschüttung des lebenswichtigen Cortisols veranlasst.
Sie hat Einfluss auf den weiblichen Zyklus oder die männliche Spermienproduktion, indem der Hypophysenvorderlappen (die Adenohypophyse) das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH) ausschüttet. Gleichzeitig reguliert sie beipsielsweise den Wasserhaushalt.durch Ausschüttung des Hormons Vasopressin, das sie in ihrem Hinterlappen (der Neurohypophyse) speichert, nachdem es vom Hypothalamus produziert wurde.

Wichtigste Funktionsstörungen/Erkrankungen

  • Störungen von Wasserhaushalt und Durstregulation
  • Über- oder Unterfunktionszustände, meist bedingt durch i.d.R. gutartige Tumoren, die zu Störung von Wachstum und Entwicklung, zu Zyklusunregelmäßigkeiten und Milchfluß führen können, sowie zu Funktionstörungen der von der Hirnanhangsdrüse gesteuerten Organe: Nebenniere, Schilddrüse, Keimdrüsen (siehe unten "Gonaden").
  • Kopfschmerzen und Sehstörungen

Die Nebenschilddrüse

Die Nebenschilddrüse (Glandulae parathyroideae) besteht aus vier nur linsengroßen Drüsen, die auf der Schilddrüse sitzen. Ihre Aufgabe: Sie erzeugen ein Hormon namens Parathormon. Es ist zusammen mit dem Vitamin D entscheidend für unseren Kalzium- und Phosphathaushalt und den Knochenstoffwechsel.

Wichtigste Funktionsstörungen / Erkrankungen
• Erhöhte oder zu niedrige Kalziumspiegel im Blut (Hyper- und Hypokalzämie).
• Muskelkrämpfe, Kribbelgefühle, Tetanie, Übelkeit, Erbrechen, Durst und häufiges Wasserlassen, aber auch Nierensteine und eine Osteoporose können die Folge einer Funktionsstörung der Nebenschilddrüsen sein.

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) befindet sich vor der Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes. Vielen fällt bei Schilddrüse das Stichwort "Jod" und vielleicht "Kropf" ein - die Schilddrüse speichert in der Tat Jod und produziert u. a. die jodhaltigen Hormone Triiodthyronin und Thyroxin, die eine wichtige Rolle für den Energiestoffwechsel unseres Körpers spielen.

Wichtigste Funktionsstörungen / Erkrankungen
• Vergrößerung - Struma (Kropf), am häufigsten durch Jodmangel
• Knotenbildung, auch bei bösartigen Tumoren - sogenannter Schilddrüsenkrebs
• Entzündungen
• Über- und Unterfunktionszustände

Die häufigsten Krankheitszeichen sind: Engegefühl oder Schmerzen im Hals, sichtbare Vergrößerung, Müdigkeit, Schlafstörungen, Leistungsschwäche, Haarausfall, Nervosität, Schwitzen, Veränderung von Gewicht und Stuhlgewohnheiten, Augensymptome und Herzrhythmusstörungen.

Das Pankreas

Das Pankreas (Bauchspeicheldrüse) produziert für die Verdauung wichtige Enzyme, die es in seiner Funktion als exokrine Drüse in den Zwölffingerdarm abgibt. Als endokrine Drüse produziert es in den sogenannten Langerhansschen Inseln verschiedene Hormone.

Das wichtigste Hormon ist sehr bekannt: Das Insulin. Ohne Insulin kann ein Ansteigen des Blutzuckers nicht verhindert werden; was zum Diabetes mellitus  (Zuckerkrankheit) führt. Denn Insulin sorgt dafür, dass der Blutzucker (Glucose) im Gewebe gespeichert und die Neubildung gehemmt wird.
Weitere Hormone sind u.a. Gastrin, VIP, Glucagon, Neurotensin, Somatostatin und pankreatisches Polypeptid.

Wichtigste Funktionsstörungen / Erkrankungen
• Diabetes mellitus durch eine absolut oder relativ nicht mehr ausreichende Insulinproduktion (siehe Diabetes-Ambulanz).
• Hypoglykämien (Unterzuckerung) durch eine Überproduktion oder eine gestörte Ausschüttung von Insulin (z. B. durch ein Insulinom).
Hinweise für eine Störung der Hormonproduktion können u.a. sein: Anzeichen erhöhter oder erniedrigter Blutzuckerwerte (siehe Diabetes-Ambulanz) bzw. deren Folgen, sowie Übelkeit, Bauchschmerzen, Zwölffingerdarmgeschwüre, Durchfälle, unklare Hauterscheinungen.

Die Nebennieren

Die Nebennierenrinde (NNR) steht teilweise unter der übergeordneten Regulation der Hirnanhangsdrüse. Die NNR produziert die lebenswichtigen Glucocorticoide (z. B. Cortisol) und die für Salz-und Wasserhaushalt wichtigen Mineralocorticoide (Aldosteron), sowie männlich wirkende Hormone (Androgene) und vielerlei Zwischenprodukte. Im Nebennierenmark (NNM) werden Katecholamine (Streßhormone) z.B. Adrenalin hergestellt.

Wichtigste Funktionsstörungen und Erkrankungen
• Vergrößerung durch ein gutartiges Adenom
•Über- oder Unterproduktion eines oder mehrerer der o.g. Hormone durch gut- oder bösartige Tumoren der Nebenniere und der Hypophyse (s.o.).
Hinweise für eine Störung der Nebennierenfunktion können z.B. sein: Gewichtszunahme und Gewichtsverlust, Bluthochdruck und erniedrigte Blutdruckwerte, erhöhte oder erniedrigte Natrium- und Kaliumspiegel im Blut, Zu- oder Abnahme der Hautpigmentation, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Kraftlosigkeit, Osteoporose, Nervosität und Schweißausbrüche, Zyklusstörungen, Haarausfall und Zunahme der Behaarung/Bartwuchs bei Frauen.

Die Gonaden

Die Gonaden (Keimdrüsen) - Hoden und Eierstöcke - produzieren die Geschlechtshormone.

Wichtigste Funktionsstörungen und Erkrankungen
• Störungen der Geschlechtsentwicklung
• Störung der Sexualfunktionen (Libido, Potenz, Zyklus, Fruchtbarkeit)
• Osteoporose
Nach Klärung der Ursachen kann ein Mangel von Geschlechtshormonen durch den Endokrinologen oder bei Frauen auch teilweise durch den Gynäkologen mit Medikamenten ausgeglichen werden.